Monitore

Er ist die wichtigste Schnittstell zwischen Menschen und PC. Als 1938 der erste Computer eingeschaltet wurde, feierte der Monitor bereits seinen 83. Geburtstag. Und die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Genau genommen sind es zwei Entwicklungslinien, die zu den heute gebräuchlichen Computer-Monitoren führten. Am Anfang der ersten Linie stand 1855 die Erfindung der Kathodenstrahlröhre durch den deutschen Wissenschaftler Heinrich Geißler. Er ist der Urvater des Röhrenmonitors. 33 Jahre später legte der österreichische Chemiker Friedrich Reinitzer mit der Entdeckung der Flüssigkristalle den Grundstein für die Entwicklung der LCD Technik. Während die Röhrentechnik bereits von Anfang an die Richtung Monitor weiterentwickelt wurde, begriff man die Flüssigkristalle für die nächsten 80 Jahre eher als chemisches Phänomen, ohne dabei an Anzeige oder Bildwiedergabe zu denken.
Häufig wird Karl Ferdinand Braun als Erfinder der Kathodenstrahlröhre bezeichnet. Richtig ist, dass er 1897 die erste Anwendung für die Röhre fand, das Oszilloskop. Auf diesem Gerät basierten alle folgenden Entwicklungen, etwa Fernseher oder Radarschirme. Im gleichen Jahr entdeckte Joseph John Thomson das Elektron, was die Entwicklung der Röhrentechnik stark beschleunigte. Die ersten CRT-Monitore (CRT, Cathode Ray Tube) sind für den Fernsehempfang entwickelt worden. Meilensteine waren die ersten Fernsehröhre von Wladimir Kosma Zworykin (1929), die erste vollelektronische Bildwiedergabe von Manfred von Ardenne (1930) und die Entwicklung der ersten reproduzierbaren Kathodenstrahlröhre durch. Allen B. Du Mont (1931).

Evolution, als die Monitore noch klein waren, waren sie Fernseher
Ende der Siebzigerjahre trennte sich die Entwicklung der Fernsehtechnik von der Monitortechnik für Computer. Nach dem Mono Display Adapter (MDA), der ein monochromes Bild mit einer Auflösung von 720×350 Pixel ermöglichte, stellte IBM 1981 den Color Graphics Adapter (CGA) vor, der schon vier Fareben mit einer Auflösung von 160×200 Bildpunkten darstellen konnte. Da Monitore zunächst in PC Gehäuse integriert oder mit proprietärer Technik angeschlossen waren, erschien der erste Vergleichstest von Monitoren in Chip relativ spät, nämlich in der Ausgabe 06/1984. Das absolute Highlight war damals der Taxan Vision, ein 14 Zoll Farbbildschirm mit einer Auflösung von 1000×1000 Bildpunkten und einer Bildwiederholfrequenz von 64 Hz. Das Gerät kostete damals 3.890 DM, was dem doppelten Monatseinkommen entsprach.
Sechs Jahre später empfahl Chip den NEC Multiscan 4D, der mit einer maximalen Auflösung von 1024×768 und einer Bildwiederholfequenz von 70 Hz auch heute noch für die Darstellung einer grafischen Benutzeroberfläche geeignet wäre. Der damalige Preis von 4300 DM wäre heute allerdings nicht mehr zu erzielen.
Um 2000 drängten endlich Flachbildschirme in den Consumermarkt. Nachdem in den späten Siebzigern die TFT Technik entwickelt und 1988 Sharp den ersten 14-Zoll TFT vorgestellt hatte, dauerte es noch gut zehn Jahre, bis die Fertigung erschwingliche Preise erlaubte.
Die Zukunft des Monitors ist flach und dreidimensional. CRT Geräte werden über kurz oder lang nur noch für Spezialanwendungen genutzt und sterben aus. 3D Monitore setzen sich durch. Vereinzelt gibt es schon Modelle, die mit oder ohne spezielle Brillen 3D Illusionen schaffen. Und bald wird das ohne Brille und von beliebigen Blickwinkeln aus möglich sein. Fast jeder große Monitorhersteller hat entsprechende Studien und Prototypen in der Schublade.

Quelle: Chip.de Heft-Ausgabe 8.2008

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